Auf Einladung von Staatsministerin Kerstin Müller anlässlich der Deutschen Kulturwochen in Südafrika war die südafrikanische U19-Frauen-Fußball-Nationalmannschaft vom 07.01. -
21.01.2005 zu Gast im Verbandsgebiet des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes.
Im Rahmen der „Leistungssportförderung im Mädchenfußball in NRW" wurde dem U17 Team des WFLV die Möglichkeit gegeben, einen internationalen Vergleich gegen die U19 Nationalmannschaft Südafrikas zu bestreiten.
Diese Chance ergab sich kurzfristig und konnte aufgrund der sehr guten Kooperation der 3 Landesverbände auch innerhalb einer Woche realisiert werden. Es stellte sich als großes Highlight für alle Beteiligten dar. Vor allem für die Spielerinnen, die, von Schulen unterstützt und freigestellt, gerne für den WFLV aufliefen. Seitens der Südafrikaner stellte diese Begegnung ebenfalls einen großen sportlichen Anreiz dar.
Zu Beginn des Spieles wurde der Spielführerin der südafrikanischen Mannschaft der Sportehrenpreis des Landes NRW durch Detlef Berthold vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport überreicht.
Der Anstoß zum Spiel erfolgte durch Frau Inga Heuser, Referentin des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland. Souverän wurde die Partie durch Nicole Schumacher mit den beiden Schiedsrichter-Assistentinnen Monique Klauß und Marija Kur-tes geleitet.
Die Begegnung selbst verlief sportlich fair, wurde jedoch mit der nötigen internationalen Härte geführt. Dies war für unsere Spielerinnen zunächst eine ungewohnte Situation, an die sie sich nach und nach gewöhnen konnten. Nach einem ausgeglichenen Spielverlauf gewann die U17 des WFLV schließlich mit 4 : 2, durch 4 Tore von Marie Pollmann. Unter den Augen von Nationaltrainer Ralf Peter, der diesen Vergleich mit Interesse verfolgte, stellte sich heraus, dass die technisch und taktische Überlegenheit der deutschen Spielerinnen über den Einsatz und Kampf der Afrikaner siegte.
Das Spiel zeigte neben den sportlichen Unterschieden (Spielauffassung/System/Taktik) auch die unterschiedlichen Mentalitäten. Dies fand Ausdruck im Aufwärmprogramm. Die Südafrikanischen stimmten sich mit Rhythmen und Gesang auf das Spiel ein, was bei den westdeutschen Mädels Erstaunen und Bewunderung auslöste. Sie begannen sich mit der fremden Kultur auseinander zu setzen und entwickelten Interesse für das Leben in Afrika (Bedingungen, Land, Leute...). Unseren Spielerinnen wurde bewusst, dass Mädchen- und Frauenfußball nicht nur in Europa stattfindet, sondern sich weltweit durchsetzt.
Als Fazit lässt sich sagen, dass solche internationalen Vergleiche unheimlich viel für die sportliche und persönliche Entwicklung der Mädchen selbst und für den Stellenwert des Mädchenfußballs in NRW bringen und zum festen Bestandteil des Talentför-derprogramms der Sportstiftung NRW werden müssen.
Beide Nationen sind davon überzeugt, dass eine langfristige Freundschaft lehrreich in vielen Bereichen ist und sie fiebern einem Gegenbesuch entgegen.
Der anschließende Empfang des WFLV-Präsidenten zu Ehren der Gäste bot für die Sportlerinnen die Möglichkeit, die gemachten Erfahrungen in Gesprächen zu vertiefen.
In ihren Grußworten hoben Hermann Korfmacher, Inga Heuser (Auswärtiges Amt) und Tina Jermann (Eine-Welt-Beauftragte der Landesregierung NRW) die Besonderheit dieser Begegnung hervor. Seit nunmehr zehn Jahren unterhält das Land NRW eine intensive Länderpartnerschaft mit der Südafrikanischen Provinz Mpuma-langa. Diese Partnerschaft gilt als nachhaltiges und neues Modell für Nord-Süd-Partnerschaften und könnte im Hinblick darauf, dass nach 2006 die nächste Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika ausgerichtet wird, an besonderer Bedeutung gewinnen.
Durch Tina Jermann wurde festgestellt, dass hier heute nicht nur fair gespielt, sondern der Faire Handel auch ein immer wichtiger werdendes Thema im Sport geworden ist. Wie Sie sicherlich wissen, wird nicht alle Sportbekleidung und werden nicht alle Fußbälle unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen produziert. Aber die Kampagne Fair Play - Fair Life zur WM 2006 unter Federführung der Ev. Kirche von Westfalen und die von vielen gesellschaftlichen Gruppen und dem Eine Welt Netz NRW mit getragen wird, arbeitet daran, dass auch die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Sportartikelindustrie existenzsichernde Löhne bekommen, was ihnen ermöglicht, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Das Land NRW findet dieses Thema wichtig und unterstützt die Kampagne. Gemeinsam mit den beiden Vertretern Martin Domke und Joachim Vorneweg der Kampagne „Fair play - Fair life" wurden den südafrikanischen und deutschen Spielerinnen Sportbälle überreicht.
Ria Ledwaba, Delegationsleiterin der südafrikanischen Mannschaft, hob die Besonderheit der Reise hervor: Erstmals war eine südafrikanische U19-Frauenmannschaft ins Ausland gereist, um andere Trainingsmethoden kennen zu lernen und für die Teilnahme an der Frauen-WM 2007 Tipps und Tricks zu sammeln. Sie dankte dem Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, dem Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband und dem Fußball- und Leichathletik-Verband Westfalen, dass sie diese Reise- und Trainingsmöglichkeit unterstützt haben.