1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongress „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich"
Mit einer beeindruckenden Doppelveranstaltung begann am 7. April im Gürzenich zu Köln der 1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongress Deutschlands mit dem Titel „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich".
Das Motto hatte der Präsident des Internationalen Fußballverbands (FIFA), Sepp Blatter, bereits im Jahr 1995 formuliert. In weiser Voraussicht, wie die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Kongresses erkannten. Im Anschluss an den Kongress-Auftakt stand der offizielle „WM Count Down" zur „FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft 2006" mit hochkarätigen Gästen aus der Fußballszene im Mittelpunkt.
Über 500 Besucher und Besucherinnen waren zu Gast, als zunächst das Auftaktprogramm des dreitägigen Kongresses über die Bühne des Gürzenich ging. Ihre Fortsetzung fand die Veranstaltung an den folgenden beiden Tagen im „Congresszentrum Ost" (Koelnmesse). Veranstalter sind der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV), der LandesSportBund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW) und das Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW.
Die Begrüßungsworte sprach Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln. Die Hauptredner, Ministerpräsident Peer Steinbrück, der geschäftsführende Präsident des DFB, Dr. Theo Zwanziger, und Mary Harvey, die Direktorin für Fußballentwicklung in der FIFA, würdigten die Erfolge, die der Frauen- und Mädchenfußball in jüngerer Vergangenheit aufwies, und betonten die Notwendigkeit, diesen erfreulichen Entwicklungsprozess in Zukunft zu unterstützen.
Zu den Ehrengästen des Kongresses zählten unter anderen der Präsident des Deutschen Sportbundes, Manfred von Richthofen, und der DFB-Ehrenpräsident Egidius Braun. Der LSB NRW war vertreten durch Vizepräsidenten Dr. Johannes Eulering, der den Präsidenten Richard Winkels vertrat. Als Repräsentanten des WFLV nahmen Vizepräsident Karl-Josef Tanas (in Vertretung des Präsidenten Hermann Korfmacher) und Geschäftsführer Dr. Gregor Gdawietz teil.
Abgerundet wurde das abwechslungsreiche Programm durch unterhaltende Fußball- und Theatereinlagen des Bewegungstheaters Mobilé aus Köln und einer U15-Mädchenauswahlmannschaft vom Niederrhein.
Der zweite Teil des großen Fußball-Tages im Kölner Gürzenich stand ganz im Zeichen der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. Den „WM Count Down" eröffneten DFB-Pressesprecher Wolfgang Niersbach gemeinsam mit DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder und „Kaiser" Franz Beckenbauer als Chef des Organisationskommitees. Die sportlichen Aussichten der anstehenden Großereignisse diskutierte der Manager der Nationalelf Oliver Bierhoff mit zwei Kölner Fußballidolen von gestern und heute: Wolfgang Overath und Lukas Podolski. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma, NRW-Sportminister Dr. Michael Vesper und Günter Netzer stimmten auf die WM aus Sicht der Fans im Stadion und an den Bildschirmen ein. Unter den hochkarätigen Fußball-Gästen und den Besuchern im Saal herrschte Einigkeit: Es steigt die Vorfreude auf ein Ereignis, das seinen Slogan „Die Welt zu Gast bei Freunden" im Sommer 2006 zu Recht tragen wird!
Selbstverständlich Frauenfußball! Ein abwechslungsreiches Informationsprogramm mit lebhaften Diskussionen bildete den Schwerpunkt des zweiten Tages im „Congresszentrum Ost" (Kölnmese).
Wie bereits am Auftakttag informierten sich mehrere hundert Besucherinnen und Besucher über Trends, Chancen und Perspektiven des Frauenfußballs in Deutschland. In regen Diskussionen mit den eingeladenen Expertinnen und Experten nahmen die Gäste aktiv am Geschehen teil.
Zum Einstieg erinnerte Hannelore Ratzeburg vom DFB an die positive Mädchen- und Frauenfußball-Entwicklung der letzten Jahre. Anschließend beleuchtete Prof. Dr. Christian Wopp (Universität Osnabrück) in seinem Vortrag „Zukunftsfaktor Frauenfußball" diesen vor dem Hintergrund soziodemgrafischer Einflussfaktoren.
Außerdem stellte Professorin Dr. Claudia Kugelmann von der Universität Erlangen-Nürnberg unter dem Titel „Fußball - eine Chance für Frauen und Mädchen" (sport-)pädagogische Entwicklungen und Ansätze vor.
In einer höchst informativen Interviewrunde unter dem Titel „Wo geht die Reise hin?" entwickelten die vier Teilnehmer(innen) Karen Espelund (Uefa), Hannelore Ratzeburg (DFB), Frauen-Bundestrainerin Tina Theune-Meyer und Karl-Josef Tanas (WFLV) eine der Kernthesen des Kongresses: Eine gut funktionierende Basis und entsprechende strukturelle Voraussetzungen sind notwendig, damit der Mädchen- und Frauenfußball den eingeschlagenen positiven Weg fortsetzt. Damit es in Zukunft, wenn’s um der Deutschen liebstes Kind geht, heißt „Selbstverständlich Frauenfußball"!
Im Mittelpunkt des zweiten Kongresstages stand die Einleitung um die Foren, in denen unter der Leitung eingeladener Experten und Expertinnen die Chancen des Frauenfußballs aus unterschiedlichen Perspektiven diskutiert wurden.
Forum 1: Prof. Dr. Werner Schmidt, (Universität Duisburg/Essen): „Frauen- und Mädchenfußball als Breitensport".
Forum 2: Prof. Dr. Marie-Luise Klein (Ruhruniversität Bochum): „Wirtschaftliche Aspekte des Frauenfußballs".
Forum 3: Prof. Dr. Ilse Hartmann-Tews (Deutsche Sporthochschule Köln): „Personalentwicklung, Qualifizierung und Gender Mainstreaming in Sportorganisationen".
Forum 4: Prof. Dr. Roland Naul (Universität Duisburg-Essen): „Talentförderung im Mädchenfußball".
Forum 5: Prof. Dr. Dietrich Kurz (Universität Bielefeld): „Fußball für Mädchen in der Schule".
Forum 6: Prof. Dr. Josef Hackforth (TU München): „Frauenfußball und Medien".
In den sechs Foren wurden Ergebnisse der sportwissenschaftlichen Forschung zum Thema „Frauen- und Mädchenfußball" vorgestellt und außerdem Expertenwissen von Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Medien vermittelt.
Fazit: Es gilt, erfolgreiche und effektive Konzepte und Strategien zu entwickeln und nachhaltig umzusetzen, um noch mehr aktive Frauen und Mädchen mit dem „Fußball-Virus" zu infizieren!
Richtungsweisender Abschluss des 1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongresses
Selbstverständlich Frauenfußball! - Dieser Slogan, den die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam mit den Expertinnen und Experten rund um den (Frauen-)Fußball erarbeiteten, stand zum Abschluss der dreitägigen Veranstaltung im Mittelpunkt.
Nach der Fortsetzung der Gruppendiskussionen in den speziellen Foren lieferten hochkarätige Gäste ihr persönliches Abschluss-Statement aus unterschiedlichen Perspektiven: Manfred Morgenstern (MSWKS-Staatssekretär), Karl-Josef Tanas (WFLV-Vizepräsident), Ingrid Fischer (LSB-Vizepräsidentin), Ilse Ridder-Melchers (DSB-Präsidium), Prof. Dr. Dr. Gertrud Pfister (Universität Kopenhagen) und Hannelore Ratzeburg (DFB) unterstrichen die steigende Bedeutung des Frauenfußballs und die Notwendigkeit der gezielten und nachhaltigen Förderung des (Frauen-)Sports in Deutschland.
Abschließend würdigten die Moderatoren Martina Eßer (WDR) und Thomas Schnelker (DFB) den positiven Verlauf des erstmals durchgeführten dreitägigen Kongresses und das Engagement aller Beteiligten. Einigkeit herrschte, dass das von FIFA-Präsident Sepp Blatter seinerzeit formulierte Motto „Die Zukunft des Fußballs ist weiblich" richtungsweisend bleiben und diese Veranstaltung ihre Fortsetzung als ein „Meilenstein" in der Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs in Deutschland finden sollte!
Kommentare des Veranstalterteams:
Dr. Ulrike Kraus (MSWKS):
„Dieser Kongress bietet die Möglichkeit, den Dialog zwischen unterschiedlichen Bereichen zu fördern: dem Sport allgemein bzw. dem Fußball insbesondere, der Wissenschaft und der Politik. Es ist wichtig für uns, mit unserem Einfluss deren unterschiedliche Sichtweisen zusammen zu führen."
Martin Wonik (stellvertretender Geschäftsführer des LSB NRW):
„Ich freue mich, dass dieser Kongress mit seinen zahlreichen guten Anregungen und Ideen sehr viele fruchtbare Ergebnisse gebracht hat – nicht nur für die weitere Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs, sondern auch für den gesamten Mädchen- und Frauen-Sport in NRW."
Niels Barnhofer (DFB):
„Der Kongress zeichnete sich durch interessante Themen und wertvolle Diskussionen aus. Ich bin überzeugt, dass wir nützliche Anregungen für die weitere Entwicklung des Mädchen- und Frauenfußballs und die allgemeine Entwicklung des Fußballs aus der Veranstaltung mitnehmen."
Dr. Gregor Gdawietz (Geschäftsführer des WFLV):
„Die durchweg positive Resonanz der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem Kongress zeigt: Wir sind mit der forcierten Förderung des Mädchen- und Frauenfußballs im WFLV auf dem richtigen Weg."
Einige weitere Stimmen:
Martina Voss (ehemalige Nationalspielerin und Verbandstrainerin im FV Niederrhein): „Ich finde es wichtig, dass für diesen Kongress der richtige Zeitpunkt gewählt wurde: Die noch vorhandene Euphorie nach dem Gewinn des WM-Titels wurde genutzt, es wurden wichtige und gut durchdachte Ideen thematisiert. Ich hoffe, dass vielfältige positive Effekte für die Praxis folgen."
Walburga Koopmann (Grundschul-Leiterin aus Mülheim/Ruhr):
„Ich habe einen sehr positiven Eindruck von diesem Kongress. Endlich wird auch der Stellenwert der Mädchen im Sport allgemein und im Fußball speziell gewürdigt. Ich wünsche mir entsprechende Auswirkungen in den Schulen."
Gisela Schmitz (stellvertretende Vorsitzende des Frauenausschusses im FV Niederrhein):
„Eine rundum gelungene Veranstaltung, sehr sachlich und informativ. Ich erhoffe mir von den zahlreichen guten Ansätzen eine positive Signalwirkung."
R. Zinsel
1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongress liefert zahlreiche Impulse
Ein positives Fazit konnten die Veranstalter des 1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongresses ziehen. Bei der dreitätigen Tagung, die in Zusammenarbeit vom Ministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Deutschen Fußball-Bund, dem LandesSportBund Nordrhein-Westfalen und dem Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband ausgerichtet wurde, wurden zahlreiche Impulse für die Arbeit im Frauen- und Mädchenfußball geliefert.
Auf dem Kongress in der Kölnmesse kamen Fachleute aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammen. Ziel war es dabei, Meinungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zusammenzuführen, um neue Aufgaben und Konzepte für die Zukunft zu definieren. Das Angebot, in sechs Foren über relevante Themen mitzudiskutieren, nahmen dabei fast 300 Kongress-Teilnehmerinnen und Teilnehmer an.
Die Diskussionen wurden kontrovers und engagiert geführt und lieferten interessante Ergebnisse. Am Ende stand die einhellige Meinung, dass der Kongress signalisiert habe, dass noch viel Potenzial im Frauen- und Mädchenfußball steckt und daher eine große Chance für die Zukunft bietet.
Folgende Ziele wurden festgehalten:
• Verdoppelung der Zahl der Mannschaften im Frauen- und Mädchenfußball.
• Gewinnung neuer ehrenamtlich tätiger Vereinsmitarbeiterinnen und Vereinsmitarbeiter.
• Optimierung der Talentförderung der Mädchen.
• Stärkere Einbindung der Frauen in die Entwicklungs- und Entscheidungsprozesse in Vereinen und Verbänden.
• Forderung eines differenzierten Frauenfußball-Angebots parallel zum Leistungsgedanken.
• Chancen der Ganztagsschulen für den Mädchenfußball nutzen.
• Koordination und Vertiefung der wissenschaftlichen Arbeit.
• Fortsetzung des beim 1. Frauen- und Mädchenfußball-Kongress begonnenen Dialogs.