meine lieben Sportkameraden und Sportkameradinnen, liebe Gäste!
Nachdem ich sicherlich die Meisten von Ihnen am 4. September 2004 in der BayArena von Leverkusen begrüßen konnte, freue ich mich um so mehr, dies nun heute in den eigenen Räumlichkeiten, beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen, tun zu dürfen.
Wie man sieht, hat sich hier in den zurückliegenden zwei Jahren Wesentliches getan und ich bin stolz darauf, Ihnen unser CongressCentrum Kamen-Kaiserau vorstellen zu können.
Diese erste, landesweite Zusammenkunft auf Einladung des WESTDEUTSCHEN FUSSBALL- UND LEICHTATHLETIKVERBANDES an seine Mitgliedsverbände macht es möglich!
Perfekt, im Sinne unserer heutigen Fachtagung, wäre es nun, wenn ich Ihnen das Alles als Beispiel des Einsatzes der „Kommunalen Sportpauschale“ präsentieren könnte – doch Sie ahnen es selbst, so einfach war das leider nicht! Aber dennoch: - auch hier waren große Anstrengungen nötig und ein umfangreiches Finanzierungskonzept, um für den Fußball und die Leichtathletik in Westfalen ein Stück des „Sommermärchens 2006“ wahr werden zu lassen.
Im Namen des FLVW wünsche ich Ihnen daher, dass Sie sich hier sehr wohl fühlen mögen und danke den Mitarbeiter/innen vor Ort für das angenehme Ambiente.
Die Planung und Administration der Fachtagung wurde, wie inzwischen schon fast üblich, durch das WFLV- Qualifizierungszentrum, in der Verantwortung von Außenstellenleiter Willi Scheuerl, übernommen und durch den Pädagogischen Leiter Wolfgang Schwehm und sein Team gekonnt umgesetzt. Bleibt zu ergänzen, dass wir das WFLV- Qualifizierungszentrum am 22. August 2006 mit dem LandesSportBund NRW nun auch offiziell gegründet haben.
Den heutigen Fachreferenten und den Moderatoren der drei Arbeitskreise möge es gelingen, uns in der Kürze der Zeit auf den aktuellen Stand der Entwicklungen und Erhebungen zu bringen. Und ich freue mich, dass mit Horst Dieter Knüppel auch bereits ein Kreisvorsitzender (FLVW-Kreis 5: Bielefeld) der Expertengruppe angehört, mit der wir gemeinsam aus dem Erfahrungsaustausch danach, die Handlungsfelder für Sie vor Ort, in den Kreisen und Vereinen, aber auch für die Landesverbände und den Regionalverband präziser formulieren wollen. Das Bildungswerk und Qualifizierungszentrum WFLV stehen uns als Strukturen der Umsetzung von Qualifizierung und Beratung der Mitarbeiter/innen in Ehrenamt und Hauptberuf zur Verfügung.
So möchte ich den Teil der Begrüßung mit einem aufrichtigen Dank an Sie abrunden, liebe Fußball- und Leichtathletikfreunde aus Kreisen und Bünden, denen im Dienst der Sache diese Thematik am heutigen Samstag so wichtig war, dass Sie sich persönlich auf den Weg hierher gemacht haben – ich heiße Sie auf das Herzlichste Willkommen!
Doch auch thematisch möchte ich gerne eine Brücke zu unserer ersten, bereits erwähnten Fachtagung in Leverkusen schlagen. Wir haben in der dazu erschienen Dokumentation (die noch immer im Internet beim WFLV herunter geladen werden kann), sowohl in der Synopse der Teilnehmerbeiträge als auch in den Abschuss-Statements von Walter Schneeloch und mir einen Handlungsrahmen gezeichnet. Auszüge aus dem Ausblick, Konsequenzen und Handlungsfeldern möchte ich zur Erinnerung oder zur Ergänzung – für alle, die heute zum ersten Mal dabei sind – noch einmal kurz darstellen:
Keine Frage, die Forderung der Zusätzlichkeit der Sportpauschale ergänzend zu den bisherigen kommunalen Mitteln für den Sport ist zu unterstreichen.
Die Sportpauschale darf nicht – auch nicht verdeckt - zur Finanzierung anderer kommunaler Aufgaben dienen und zweckfremd verwendet werden. Sie darf z.B. auch nicht in die Sanierung von Schulsportanlagen fließen, die dem Sport dann mittelbar zur Verfügung gestellt werden. Natürlich dürfen auch Vereinssportanlagen nicht hinter kommunalen Sportanlagen zurückstehen und – für uns ganz wichtig - dem Gemeinwohl orientierten Sport ist in der Kommune grundsätzlich Priorität einzuräumen. Angesichts der stark differenzierten Sportanbieterlandschaft, wie Walter Schneeloch damals in seinem Referat richtig ausgeführt hatte, müssen wir uns als Vertreter des organisierten Sportes dem Wettbewerb um öffentliche Mittel stellen und dafür eintreten, dass Förderansprüche von Sportanbietern und Sporttreibenden außerhalb des organisierten Sportes im LSB nachrangig gewürdigt werden.
Ich fragte die Versammlung damals bereits:
„Aber was können wir tun? Was können Sie, meine lieben Sportkameraden und Sportkameradinnen, tun?“
Und ich habe es schon damals ganz konkret gesagt:
(Und diese Aussagen sollten wir heute im Erfahrungsaustausch wieder aufgreifen und mit Berichten füllen!)
1. Wir müssen erkennen, dass die Musik noch mehr als bisher vor Ort gespielt wird.
2. Wir müssen erkennen, dass in Zukunft investive Maßnahmen noch viel weniger als heute beim Bierchen auf dem Sportplatz entschieden werden.
3. Wir müssen erkennen, dass eine aktive Mitwirkung von Vertretern des organisierten Sportes in den Stadt- und Kreissportbünden sowie den örtlichen Gremien, die tatsächlich über die Mittelverwendung entscheiden, wichtig ist.
4. Wir, und da spreche ich vor allem die Fußballer an, müssen die langjährig gepflegte Abneigung gegen die Mitarbeit in KSB und SSB ablegen und begreifen, dass wir nur im Miteinander und im Dialog mit anderen Entscheidungsträgern etwas für die Menschen in unseren Fußball- und Leichtathletikvereinen bewirken können.
Meinem Motto, nicht übereinander reden, sondern miteinander, kommt in diesen sportpolitischen Bezügen eine besonders wichtige Bedeutung zu.
5. Wir müssen erkennen, dass der Wettbewerb mit Sportangeboten außerhalb des Vereins viel stärker ist, als die Konkurrenz zwischen den Fachschaften. Ich will es etwas überspitzt auf den Punkt bringen: Der Wettkampf um öffentliche Gelder heißt nicht Volleyballverein gegen Fußballabteilung, sondern der Konflikt, ob die Investition der Beachvolleyball-Anlage für Jedermann einer Anlage im Verein vorzuziehen ist.
6. Wir müssen deshalb als Vertreter von Sportvereinen, die durch ihr hohes ehrenamtliches Engagement erhebliche gesellschaftspolitische Aufgaben wahrnehmen, Argumente vortragen, warum wir förderungswürdiger sind als der einsame Jogger, der nur sich allein sieht und sein Wohlbefinden steigern möchte.
Und dazu müssen wir unser Engagement in den sportpolitisch wichtigen Gremien vor Ort erhöhen. Es ist gut zu wissen, dass das Interesse an dieser Arbeit gestiegen ist. Denn das zeigt ja Ihre Teilnahme heute an unserer Fachtagung.
Hier sitzt eine Vielzahl von Sportkameraden, die bereits wichtige Funktionen in den Bünden ausüben. Darauf lässt sich aufbauen. Wie einflussreich Sie dabei sind, weiß ich natürlich nicht. In jedem Falle möchten wir Sie verbandsseitig darin unterstützen, zukünftig noch einflussreicher zu werden.
Deshalb: Seien Sie selbstbewusst und kandidieren Sie für Positionen, die im Konzert vor Ort eine tragende Stimme haben. Ich denke dabei auch insbesondere an Sportausschüsse, soweit es sie noch gibt. Bewerben Sie sich im Rahmen Ihrer politischen Möglichkeiten als „sachkundige Bürger“. Wir brauchen Sie als unsere Interessenvertreter ganz vorne.
Nicht zuletzt: Helfen Sie mit, weitere Menschen zu finden, die unsere Interessen, die Interessen des organisierten Sports und natürlich auch die Interessen der vielen Fußball spielenden und Leichtathletik treibenden jungen Leute, engagiert gegenüber der Politik vertreten.
Es gibt zweifellos Angenehmeres, als sich mit diesem wichtigen, aber schwierigen Thema zu befassen und halten Sie sich stets vor Augen, dass unsere Arbeit kein Selbstzweck ist. Wir engagieren uns nicht für Sportarten, Disziplinen oder abstrakte Vereinsgebilde. Wir engagieren uns für die vielen jungen, mittel alten und alten Menschen, die im Sportverein ihre Heimat haben und über das Sporttreiben hinaus viel für andere tun. Denn zuerst kommt der Mensch – auch im Sport!
Ich sage das zu Ihnen, die Sie heute engagiert in dieser Sache da sind - aber wir müssen es gemeinsam auch denen sagen, die heute nicht hierher gefunden haben.
In diesem Sinne freue ich mich mit Ihnen auf die Beiträge unserer heutigen Experten:
Wolfgang Roth, dem Referatsleiter des Referates 1 im LandesSportBund NRW und
einem Mann mit einschlägiger Politikerfahrung als MdL NRW
Norbert Käfer, Mitarbeiter im Referat1 zuständig u.a. für die Umfragen zum Masterplan
und
Klaus Trojahn, als unterstützendem Fachreferent im eigenen Hause WFLV, Mitglied der IAKS und der zuständigen DFB-Kommission, mit langjähriger, aktiver Berufserfahrung in Sportstättenbau und Förderung aus der Landesregierung NRW
Soviel zum inhaltlichen Rückblick und den Personen und Erwartungen an den heutigen Tag.
Mit dieser erneuten Fachtagung des WFLV als Veranstalter und der starken Einbindung unseres LSB möchten wir einen weiteren Beitrag als Fachverband leisten, gemeinsam Lösungen in schwierigen Zeiten zu finden.
Ich wünsche uns erkenntnisreiche Stunden mit intensiver Kommunikation und einem harmonischen Verlauf und zuhause viel Erfolg in der Umsetzung!
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Mitarbeit!
(Abdruck des Redeentwurfs ohne Gewähr – es gilt das gesprochene Wort!)