Moderator Harald Stenger (2. v. l.) spricht mit DFB-Coach Heiko Herrlich (l.), WFLV-Präsidenten Hermann Korfmacher (2. v. r.) und DFB-Direktor Willi Hink
Über hundert geladene Gäste folgten der Einladung des Deutschen Fußball-Bundes am 21. Juni 2007 in das KongressCentrum in Kamen-Kaiserau, um über aktuelle Projekte, Themen und Tendenzen im Fußball hautnah informiert zu werden. Unterhaltsam und informativ, direkt und authentisch kam eine Veranstaltung daher, die den DFB und seine Arbeit für die Verbände augenfällig näher rückt. DFB-Pressesprecher Harald Stenger und Jens Grittner, beim DFB für Public Relations zuständig, moderierten ein abwechslungsreiches Infotainment-Programm mit drei Themenschwerpunkten.
Die derzeit laufende Bewerbung für das nächste Sommermärchen, die Ausrichtung der Frauen-WM 2011, war ein wichtiges Gesprächsthema mit Nationalspielerin Kerstin Stegemann. Bis zum 15. Oktober, knapp eine Woche also vor dem DFB-Bundestag, der unter dem Motto "Fußball ist Zukunft" steht, müssen die endgültigen Bewerbungspapiere des DFB bei der FIFA abgegeben sein. Die Entscheidung über den Ausrichter der Frauen-WM 2011 wird von FIFA Präsident Joseph S. Blatter am 23. November in Durban (Südafrika) bekannt gegeben. Auf die Frage unserer Chancen bei der Bewerbung um die Ausrichtung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen 2011 verriet DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, dass "wir bald mit unseren französischen Freunden reden werden. Wichtig ist, dass wir uns in Europa einigen." DFB-Direktor Wolfgang Niersbach ergänzte: "Das Pflichtenheft ist ähnlich dick wie für 2006. Auch diesmal verlangt die FIFA viel von den Bewerberländern".
Die Aufgabe der Integration, der offensive Umgang mit dem Zusammenleben verschiedener Kulturen in Deutschland und im DFB, steht seit 2006 ganz oben auf der Themenpalette des DFB. Gemeinsam mit dem Partner Mercedes-Benz wurde hierfür ein Preis ausgelobt, bei dem besonderes Engagement für die Integration im Verein ausgezeichnet werden soll.
Nationalspieler Gerald Asamoah erläuterte im Interview, wie ihm der Fußball den Weg in sein neues Heimatland erleichtert hatte. In Mampong (Ghana) geboren, war der Schalker Stürmer im Alter von zwölf Jahren nach Deutschland gekommen. 2001 erhielt er die deutsche Staatsbürgerschaft. Bei zwei Weltmeisterschaften spielte er für Deutschland und wurde dennoch im Herbst 2006 bei einem Pokalspiel in Rostock vom Publikum nieder gepfiffen. "Das hat mich verletzt, gerade nach dieser tollen WM. Der Trainer wollte mich zur Halbzeit auswechseln, aber das wäre ein Sieg für die Pfeifer gewesen", erinnert sich der gläubige Christ an einen der Tiefpunkte seiner Laufbahn. Schalkes Stürmerstar sprach auch über seinen Traum, ein Spiel zu veranstalten, bei dem zwei Bundesliga All-Star-Teams, eins mit ausländischen und eins mit deutschen Profis, gegeneinander antreten und in der zweiten Halbzeit die beiden Mannschaften zu mischen. Das sei eine perfekte Botschaft.
In der letzten Gesprächsrunde des Abends stand die DFB- Vereinskampagne im Mittelpunkt. So touren während einer gerade laufenden Pilotphase sechs Mercedes-Benz Mini-Vans durch sechs DFB-Landesverbände, einer davon der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen. Ausgerüstet bis unters Dach und betreut von ausgebildeten Mitarbeitern, werden mithilfe des DFB-Mobils Veranstaltungen in den Vereinen durchgeführt. WFLV-Präsident Hermann Korfmacher bedankte sich ausdrücklich für diese tolle Unterstützung. "Der DFB zeigt sich an der Basis. Da stehen wir in NRW voll dahinter."