Verbandstage imFV Niederrhein und im FLV Westfalen
Das neu gewählte Präsidium - v.l.n.r.: Peter Frymuth, Willi Nessel, Peter Waldinger, Jürgen Kreyer, Rainer Lehmann, Josef Bowinkelmann, Georg Lörcks, Gisela Schmitz, Manfred Abrahams, Walter Hützen, Wilfried Masuch, Heinz Croonenbroeck
FVN stellt sich zukunftsfähig auf
Der Fußballverband Niederrhein e. V. hat am 16. Juni 2007 die Weichen für die Zukunft gestellt und bei seinem Verbandstag in Nettetal wichtige Beschlüsse gefasst, um die Entwicklung des Fußballs weiter zu fördern und die rund 1.400 Vereine am Niederrhein noch besser in ihrer Arbeit zu unterstützen. Erreichen will das der FVN unter anderem durch den weiteren Ausbau seiner Service- und Dienstleistungen, eine Qualifizierungsoffensive für FVN- und Vereinsmitarbeiter/innen, verstärkte Initiativen für den Frauen- und Mädchenfußball sowie die Gewinnung und Betreuung von Trainern, Betreuern und ehrenamtlichen Helfer/innen für die Vereine.
Im Veranstaltungssaal des Restaurants „Haus Seerose“ hatten die 204 Delegierten des Verbandstages zuvor den eindrucksvollen Geschäftsbericht der FVN-Gremien über die Jahre 2004-2007 zur Kenntnis genommen, der auf 60 Seiten darstellte, wie vielfältig und ideenreich die Arbeit des Verbandes bereits in der vergangenen Wahlperiode war - aber auch, mit welchen Problemen der FVN zu kämpfen hatte und immer noch hat.
FVN-Präsident Walter Hützen machte in seiner Begrüßungsrede vor zahlreichen Ehrengästen, darunter DFB-Vizepräsident Karl-Josef Tanas, LSB-Vizepräsident Hans-Jürgen Zacharias, WFLV-Vizepräsident Franz-Josef Probst, Werner Stürmann (Abteilungsleiter Sport im NRW-Innenministerium) und der Nettetaler Bürgermeister Christian Wagner deutlich, wie wichtig es für den Fußballverband Niederrhein e. V. war und ist, sich neben seinen satzungsgemäßen Aufgaben auch Feldern wie der demografischen Entwicklung, dem Kampf gegen Gewalt und Rassismus auf den Sportplätzen und einem angemessenen Engagement auf sportpolitischer Ebene zu widmen. Besonders hob der 69-jährige Rechtsanwalt, der seit 1989 an der Spitze des FVN steht und später erneut einstimmig zum Präsidenten gewählt wurde, dabei auch die dringend notwendige Sanierung und Modernisierung der Sportschule Wedau hervor und forderte die Zuwendungsgeber dazu auf, den FVN bei seinen Bemühungen zu unterstützen, diese zu modernisieren.
Personell gab es vor allem im Präsidium wichtige Veränderungen: Mit Gisela Schmitz (Mülheim/Ruhr) als Vorsitzende des Frauenfußballausschusses hat nun erstmals eine Frau im Präsidium Sitz und Stimme. Neu ins leitende und führende Gremium des FVN gewählt wurden auch Peter Waldinger (Hilden) als Vorsitzender des neuen Qualifizierungsausschusses, Georg Lörcks (Rheinberg) als Vorsitzender des Freizeit- und Breitensportausschusses und Manfred Abrahams (Mönchengladbach) als Beisitzer mit Sonderaufgaben. Neuer Vizepräsident wurde Heinz Croonenbroeck (Wachtendonk), während Josef Bowinkelmann (Mülheim/Ruhr), der diese Position viele Jahre lang inne hatte, das wichtige Amt das Schatzmeisters übernahm. Auf eigenen Wunsch hatten der bisherige Schatzmeister Peter Hermanns (Wermelskirchen), Rolf Lüpertz (Mönchengladbach), der langjährige Vorsitzende des FVN-Lehrausschusses (jetzt: Qualifizierungsausschuss) und Burghard Kretschmer (Rheinberg) als langjähriger Vorsitzender des F&B-Ausschusses nicht mehr für das Präsidium kandidiert.
Der Verbandstag in Nettetal hatte Charme. Aufgrund der Gastgeber, aber auch wegen des sehr harmonischen Verlaufs, zu dem auch die Ehrengäste, und hier vor allem Gastredner Karl-Josef Tanas, der eine seiner letzten großen Repräsentationspflichten mit großem Wohlwollen für den Niederrhein absolvierte, beitrugen.
Der Fußballverband Niederrhein e. V. hat sich nun neu aufgestellt, vier neue Präsidiumsmitglieder und steht vor sicher nicht einfachen Jahren. Die sich ihm stellenden Anforderungen wird er am Ende jedoch mit Bravour lösen. Manches früher, das andere, wenn die Zeit dafür gekommen ist.
FVN
Westfalens Fußballer und Leichtathleten stellen Weichen für die Zukunft
Herzschlag des Verbandes pulsiert in Kaiserau – aber der Verband ist mehr als nur Kaiserau
Zum ersten Mal in der 60-jährigen Geschichte des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen fand ein Verbandstag nicht in der Sportschule Kamen•Kaiserau statt. Und das machte Präsident Hermann Korfmacher deutlich, in dem er feststellte, „dass der Herzschlag des Verbandes in Kaiserau pulsiert, aber der Verband eben mehr ist als nur Kaiserau.“ Unter dem Motto „Verband – Kreise – Vereine … gemeinsam für ein starkes Westfalen“ stand die Tagung, die für die Zukunft des Verbandes wichtige Entscheidungen bringen sollte.
Korfmacher konnte am 17. Juni in der Biggeseehalle im idyllischen Sondern im Sauerland unter den 500 Anwesenden 249 Delegierte der Vereine sowie einige hochkarätige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport begrüßen. Dieser erste extern durchgeführte Verbandstag war zugleich auch in bisher gewohnter Form der letzte. Es sind nicht nur auf den Verband zukommende finanziell schwierige Zeiten, die mit einer grundlegenden Strukturreform eine gesicherte Zukunft garantieren sollen. Vielmehr geht es einerseits darum, das Ehrenamt zu entlasten bei gleichzeitiger Verschlankung und dem Festhalten am Ziel, für die Basis als Dienstleister tätig zu bleiben. Dass damit von Traditionen und lieb gewordenen Gewohnheiten Abschied genommen werden muss, mag nicht leicht fallen. Allein das Präsidium wurde von bisher 14 auf sieben Mitglieder reduziert, die Zahl der Delegierten wird fast um die Hälfte von 250 auf künftig 150 verringert.
Dem einstimmig wiedergewählten Präsidenten Hermann Korfmacher stehen für die nächsten drei Jahre fünf Vizepräsidenten zur Seite. Um das Amt des Vizepräsidenten Fußball, das bisher nicht bestand, bewarben sich mit dem bisherigen Stellvertreter Manfred Knipping und VFA-Vorsitzenden Siegfried Hirche zwei anerkannte Fachleute. Die mit Spannung erwartete Wahl fiel ein wenig überraschend zu Gunsten von Hirche aus, der mit 124 Stimmen knapp vor Knipping ins Ziel einlief. Einstimmiges Votum erhielten die Vizepräsidenten Benno Ittermann, Finanzen, Hans-G. Schulz, Leichtathletik, Klaus Jahn, F + B sowie Manfred Deister, Jugend. Zu berufen in das Präsidium ist noch der Verwaltungsdirektor.
Zu einer Kampfabstimmung kam es noch einmal bei der Wahl zum Vorsitz des Verwaltungsrates. Mit einer deutlichen Mehrheit wurde Gundolf Walaschewski gewählt. Neben dem Vorsitzenden konnten sieben Beisitzer bestätigt werden. Einen Wechsel gab es noch beim Vorsitzenden der Verbandsspruchkammer, der künftig Georg Schierholz vorsteht. Der Strukturreform zum Opfer gefallen ist der Verbands-Kontroll-Ausschuss.
Mit der zwischenzeitlichen Bootsfahrt auf dem Biggesee erfuhr die Tagung eine angenehme Unterbrechung aus der Enge der Biggeseehalle, sie verschaffte zugleich der Zählkommission eine kleine Atempause in ihrer schwierigen Mission und hat wahrscheinlich die Delegierten bei den abschließenden Beratungen positiv beeinflusst, denn die noch anstehenden Personalien wie auch die Anträge zur Satzung konnten problemlos abgewickelt werden. Ab 18 Uhr verließen die Delegierten, im Bewusstsein für die Zukunft des Verbandes kluge Beschlüsse gefasst zu haben, den Biggesee in die heimatlichen Gefilde Westfalens.
Willi Stahlmecke
Das neu gewählte Präsidium des FLVW stellt sich vor - v.l.n.r.: Manfred Deister, Siegfried Hirche, Klaus Jahn, Hermann Korfmacher, Benno Ittermann, Hans-G. Scholz, Carsten Jaksch-Nink