Ein Leben für den Sport, denn sein Name stand nicht nur für den Fußball. Vom VfB Bottrop, dem er 68 Jahre angehörte, bis zum Deutschen Fußball-Bund, wo er Mitglied des Beirates war, reichte sein großes ehrenamtliches Engagement. Wenn Hermann Beckfeld seinem VfB Bottrop einen Besuch abstattete, dann hatte er kaum Zeit, sich das Spiel in Ruhe anzuschauen. Hier ein Händedruck, dort ein Pläuschchen, und nicht selten wurde in der Halbzeit auch noch schnell um Rat gefragt. Hermann Beckfeld war bekannt, hatte immer Tipps parat. Wenn Turbulenzen beim VfB auftauchten, dann brachte Hermann Beckfeld mit seiner ruhigen, sachlichen und besonnenen Art die Gemüter zur Räson.
Von seinem diplomatischen Geschick, der Statutenkenntnis und dem Umgang mit Zahlen profitierte aber auch der Stadtsportbund Bottrop, den der 1946 mit aus der Taufe hob, und dort 56 Jahre lang verschiedene Vorstandstätigkeiten ausübte.
Auf unermüdliches, ehrenamtliches Engagement des Verwaltungsdirektors a.D. konnte auch der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband und der Fußballverband Niederrhein bauen. Vom Kassenprüfer im heimischen Fußballkreis des FVN bis zum Schatzmeister des zweitgrößten Fußball-Regionalverbandes in Deutschland dem WFLV, Hermann Beckfeld war ein wichtiger Stützpfeiler der Fußballverbände.
Als Schatzmeister des Fußballverbandes Niederrhein war er gleichzeitig “Bauherr“ der Sportschule Wedau, die heute die größte Sportschule Europas ist und international einen hervorragenden Ruf genießt.
Im Rahmen seiner Tätigkeit als Schatzmeister des Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverbandes gehörten die Ausrichtung der Junioren-Weltmeisterschaft 1978 in Deutschland und die finanzielle Abwicklung der aus den Regionalverbänden West und Südwest gegründeten Regionalliga West-Südwest zu den Highlights seiner unermüdlichen Schaffenskraft.
Auch wenn Hermann Beckfeld gerne auf das Rampenlicht verzichtet hätte, Auszeichnungen bekam er im Laufe der Zeit so viele, dass sie an dieser Stelle gar nicht alle genannt werden können. Zu den wichtigsten Ehrungen gehörten das Bundesverdienstkreuz, die Sportplakette des Landes NRW, die goldene Ehrennadel des DFB, der Ehrenring des WFLV und des FVN, der Sportehrenbrief der Stadt Bottrop und die goldene Ehrennadel des VfB Bottrop.
Hermann Beckfeld liebte den Fußball, hatte ein Herz und immer ein offenes Ohr für die Jugend. Er ging oft auf Reisen, begleitete die Niederrhein-Kicker nach Amerika, Ägypten, Tunesien, Irland oder Malta. Er drückte der Deutschen Nationalmannschaft bei ihren WM Spielen in Italien und Amerika die Daumen, wurde vom ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun auch zum Fachsimpeln an den Mittagstisch gebeten.
Wenn es aber einmal nicht um das runde Leder ging, dann widmete er sich seinem zweitliebsten Hobby, dem Taubensport. Bereits bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1936 in Berlin wurden Tauben aus dem Schlag seines Bruders auf die Reise nach Bottrop geschickt.
Aber auch bei unerbittlichen Doppelkopf- und Skatmatches bot er seinen Mitspielern und Freunden Contra und Re.
Die meiste seiner knapp bemessenen Freizeit widmete Hermann Beckfeld aber seiner Familie, seiner Frau Ingrid, die ihm mehr als 50 Jahre treu zur Seite stand, seinen beiden Kindern Monika und Hermann oder seinen 4 Enkelkindern, denen er so manche Geschichte erzählen konnte .
Früher, da nahm Hermann Beckfeld seinen Filius sonntags immer an die Hand. Auf ins Jahnstadion, VfB gucken.