Neue Qualität in Kaiserau Kongress "Im Sport ist mehr drin - Offensive für Qualität"
Kundenorientierung, Kundenzufriedenheit, Mitarbeiterzufriedenheit, Sponsorenzufriedenheit, Prozessorientierung – wohl keine neuen Begriffe, die im Kongress des FLVW vom 7.-9. November 2003 eine wichtige Rolle spielten, jedoch Begriffe, die in der sportlichen Verbandsarbeit eher nicht an erster Stelle standen. Qualitätsmanagement bedeutet unter anderem jedoch, dass diese Begriffe zukünftig stärker in den Vordergrund der verbandlichen Arbeit gestellt werden.
Mit seinen Partnern DFB, AOK, Westfalen-Lippe und LSB NRW hatte der FLVW diesen Kongress durchgeführt. Steilvorlagen waren auch durch den DFB erfolgt, der seine neue Ausbildungsordnung verabschiedet hat, in der es natürlich auch um Qualitätsbegriffe geht. Die zweite Steilvorlage war der DFB-Amateur-Fußball-Kongress Mitte dieses Jahres in Barsinghausen, in dem Stärken und Schwächen des größten Fachverbandes der Welt analysiert wurden.
Eine „aufgezwungene“ Steilvorlage gibt es natürlich auch von der Politik. Bei schon recht arg zusammen gestrichenen Finanzmitteln für den Sport ist jedem Beteiligten deutlich, dass es in der Zukunft nicht besser werden wird. Im Gegenteil: Die Sportfördermittel werden auch gegen den Protest des Sports zurückgefahren werden. Chancen für eine Förderung können nur verbessert werden, wenn auch der Sport Qualitätsprodukte anbietet, die den Standards für Qualitätsentwicklung und –sicherung standhalten.
Hinzu kommt natürlich auch die immer stärker werdende Konkurrenz weiterer sportlicher Anbieter, so dass der Fußball auch eigennützige Aufgaben und Zielsetzungen insbesondere für sich sehen darf. Er wird schon so arbeiten müssen, damit er
• Sportart Nr. 1 bleibt,
• weiteren Zuwachs für sich eröffnet,
• sein gutes Produkt weiter verbessert und
• weiterhin über ausreichend gute
Sportstätten verfügt,
• den Nachwuchs sichert,
• sein Angebot um den Kernbereich „Fußball“ herum erweitert.
Diese Ziele gelten fast insgesamt auch für die Leichtathletik im Bereich des FLVW und des WFLV.
„Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.“ – Mit diesen Worten begrüßte FLVW-Präsident Hermann Korfmacher die Teilnehmer des Kongresses und bittet sie sich auf den Weg zu machen, um gemeinsame Qualitätsbegriffe zu erarbeiten. Dies passierte in den grundlegenden Basisreferaten, die in die sich anschließenden Workshops einmündeten, in denen die praktische Umsetzung erfolgte. Ergebnisse der Workshops gibt es für Nichtteilnehmer auch im Internet unter der Homepage des FLVW: www:flvw.de. Für die Kongressteilnehmer war es noch deutlich hautnäher. Nach dem „Westfalenabend“ am Samstag wurde zum Frühstück die Kongresszeitung serviert, die von einem Team in Nachtarbeit erstellt wurde, und aus jedem Workshop die Ergebnisse „schwarz auf weiß“ lieferte.
"Qualitätsmarkt" im Forum
Auch für den DFB hatte diese Veranstaltung einen hohen Stellenwert. Abteilungsleiter Wolfgang Möbius hatte seine Qualitätsbeauftragten der LV nach Kamen gerufen, um mit diesen zusammen besondere Kongress-Beobachtungen zu erarbeiten, die für die laufende Arbeit der Qualitätsbeauftragten von Bedeutung sind.
„Im Sport ist mehr drin“ kann nur der Auftakt gewesen sein, die Auseinandersetzung mit diesen Gedanken in die Kreise und Vereine zu tragen. Dies hat sich der FLVW in „Regionalkonferenzen“ vorgenommen, in denen mit Vertretern der Kreise und Vereine die Erarbeitung des Qualitäts-Gedankengutes fortgesetzt wird. Denn auch an dieser Stelle gilt: Der Verband ist nur so gut wie seine Untergliederungen!
Übrigens: Die verschiedenen Verbandstage des FLVW im Jahr 2004 werden unter Motto stehen: „Offensive für Qualität“